\ Stella
Stella \ Innenarchitektin
Nichts gegen Nachbarn, aber sie müssen nicht unbedingt in Rufweite wohnen.
Es ist tatsächlich schwer zu entscheiden, was besser ist. Das Verreisen oder das nach Hause kommen. Im Zweifelsfall macht man beides gleich gern.
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Stella reist viel und oft und weit. Vermutlich hat sie sich deshalb immer schon einen Ort gewünscht, an den sie gern zurückkommt. Das Zuhause. Ihr Zuhause. In ihrem Fall ein Rückzugsort am Rand des Randes der Stadt, dort, das offene Land beginnt. Wo weniger Häuser als Wiesen zu sehen sind. Wo man bei offenem Fenster schläft, weil das, von draussen nur nach Natur klingt. Ohne direkte Nachbarn, ein Platz, um zu Ruhe zu kommen. Nichts gegen Nachbarn, aber sie müssen nicht in Rufweite wohnen, es gibt schließlich Telefone.

Stella ist von Beruf Innenarchitektin, das Haus, in dem sie lebt spiegelt ihre Leidenschaft wider. Auf den ersten Blick fällt auf – hier wohnt jemand, dem Materialien wichtig sind. Man ist geneigt, sich niederzuknien, um den Steinboden zu berühren und Stella meint, man soll es doch einfach tun. Sie selbst sitzt manchmal am Boden, an bestimmten Plätzen im Haus, besonders dort, wo man in den Garten sieht. An die Wand gelehnt, eine Hand am Boden, manchmal beide.

Ich bin abends schnell auf einen Drink mit Freunden in der Stadt. Aber genauso schnell wieder zuhause.

Dann genießt man ihn, den natürlichen, fließenden Übergang von drinnen nach draußen. Mit Blick auf das Biotop, das war Stella wichtig, immer Wasser in der Nähe. Und die Landschaft vor dem Haus. Nicht so weit wie in manchen Landstrichen, die Stella in den letzten Jahren bereist hat, aber kein Vergleich zu, Ausblick in der Stadt, von wo sie hergezogen ist. Das ist keine Lebensabschnitts-Immobilie, sagt Stella, das ist für immer. Kondensationskern des Lebens.

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Man könnte eine Weltreise unternehmen, vom Sofa aus und Stella tut das auch, in der Zeit, in der sie zuhause ist. Überall im Haus verteilt – Stoff, aus denen die Erinnerungen gewebt sind. Von Bazaren, von Messen, von überall her erbeutete Inspiration, Erinnerungsstücke. Und dann natürlich die Souvenirs. Die Orte, Menschen, Düfte, Stimmungen ins Gedächtnis zurückrufen.

In diesen Reisen erlebt sie das Gefühl von Einzigartigkeit und Lebendigkeit. Schöpft Inspiration aus allem, was sie sieht, hört, riecht. Stella sagt, alle möglichen und unmöglichen Dinge und Vorgänge in der Natur und im Alltag können in Ideen für eine Raumgestaltung oder ein Objekt einfließen. Wer empfänglich ist für ästhetische Räume fühlt sich niemals ideenlos.

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Das ist nicht nur Haus. Das ist der Kondensationskern eines ganzen Lebens.

Und das war schon immer so: Ich war in meiner Jugend nicht anders, sagt sie. Da war schon immer dieser Drang, Räume zu erleben, aufzunehmen, zu ordnen und zu verschönern. Mit Farbe, Licht, Kunstwerken und der richtigen Möblierung diese einzigartige Verbindung von Vereinigung von Atmosphäre und Nutzbarkeit zu schaffen.

Und wenn Stella sich wieder auf den Weg macht, kommt sie im Flur an einer Skizze vorbei. „Skyscraper, 1958“ von Hans Hollein, den sie als Architekten und Universalkünstler verehrt. „Bei der Architektur gesellt sich zur rituell-kultischen Komponente ganz simpel formuliert die Aufgabe von der Erhaltung der Körperwärme“, soll er gesagt haben. Und wenn schon, sagt Stella. Ich fühle mich trotzdem wohl.

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